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The Palatinate – Die Pfalz
Im englischen Volksmund hießen im 18. Jahrhundert alle deutschen Auswanderer palatines,
d.h., Pfälzer, da sie übermäßig stark vertreten waren. Fast 30 v.H. der ausländischen Protestanten,
die Lunenburg 1753 gründeten, kamen aus diesem Teil Deutschlands. Die Kurpfalz hatte damals
jedoch nur 300.000 Einwohner gegen rund 16 Millionen in ganz Deutschland (ohne Österreich).
Warum emigrierten so viele nach Übersee aus diesem einst so mächtigen Kurfürstentum? . . .
Das 17. Jhdt. war für die Kurpfalz besonders katastrophal. Die Besetzung der Kurpfalz durch
katholische kaiserliche Truppen brachten wiederholt Krieg, Elend und Verwirrung. . . . Konfessionelle
Unterdrückung spielte ebenfalls eine nicht unerhebliche Rolle nachdem die calvinistische Kurfürstenlinie
1685 ausstarb.
Andere Faktoren trugen ebenfalls in der Pfalz zu überproportionaler Auswanderungslust im
18. Jahrhundert bei. Die Armut des Volkes wurde beispielsweise kaum gemildert durch höhere Abgaben,
die der Kurfürst gerade in dieser Zeit für den Bau der größten Barockschloßanlage Deutschlands
in Mannheim forderte. Zur gleichen Zeit haben größere norddeutsche Fürstentümer, z.B. Preußen,
eine Peuplierungpolitik betrieben, worunter die Auswanderung erschwert und die Einwanderung
begünstigt wurde.
| Oberklingen
(Odenwald) |
40 km S Frankfurt |
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| Hoheitsgebiet: |
Palatine Electorate; Kurpfalz |
| Name(n): |
Haas, Johann George, wife/Ehefrau
Ramichen, Johan Wendel, wife/Ehefrau, 5 children/Kinder
Geiger, Johan Georg, wife/Ehefrau, 4 children/Kinder |
| Der Ort liegt am Westhang des
Otzberges; landschaftlich schöne, bewaldete Umgebung.
Evangelische Dorfkirche (einstige Petruskirche, erbaut vor 1303): “Kirchlein
auf der Höh” Noch heute ist das Dorf vorwiegend reformiert. Im Dreißigjährigen Krieg
fiel die Zahl der Familien im Dorf von 24 auf 4.
Geschichte um das Dörfchen Klingen am Otzberg von Irmgard Knodt
Kriegsweihnachten 1622:
. . . Der böse Krieg hat arg bei uns getobt. Hunger und der schwarze Tod [Pest], haben mir fast die letzten Glieder
meiner Gemeinde, die die wilden Horden noch übrig gelassen, weggeholt. Jetzt lagern
noch die Tilly’schen um den Otzberg, werden ihn aber kaum zwingen. Dafür sieht das
Land herum umso elender und verwüsteter aus. . . .
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Westhofen |
50 km SW Frankfurt |
| Hoheitsgebiet: |
Palatine Electorate; Kurpfalz |
| Name(n): |
Gorckum [Corkum],
Philipp,
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Hermann & family / Familie
Willem & family / Familie
Hermann, wife / Ehefrau, 3 children / Kinder; & son / Sohn
Hermann jr. & wife / Ehefrau
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Noch im 16. Jahrhundert war Westhofen “dreiherrisch”, denn es gab drei Herren:
den Pfalzgrafen, den Grafen von Nassau und die Freiherren von Hohenfels Reipoltskirchen.
. . . Mit dem Erlöschen des Adelshauses verfielen die Besitzungen; ab 1615 hatte
die Kurpfalz die alleinige Herrschaft im Ort. . . . 1634 häuften sich die Unterdrückungen
und Kriegsdrangsale, Hungersnot und Seuchen kamen dazu; im Kirchenbuch vermerkte
man nur noch Todesfälle, . . . Erst nach dem Westfälischen Frieden von 1648 kamen
die Überlebenden in den verwüsteten Flecken zurück. Zu ihnen gesellten sich Einwanderer,
vor allem aus den Niederlanden. . . .
1710 erhielt der Kirchturm ein bescheidenes Zeltdach; 1731 kamen endlich die
Glocken, wodurch sich ein andauernder “Glockenstreit” entfachte. Denn die Glocken
gehörten der bürgerlichen Gemeinde und durften daher, obwohl sie im Reformierten
Kirchturm hingen, auch von den Lutheranern und Katholiken mitbenutzt werden. Friedliche
Eintracht unter den Konfessionen existierte jedoch nicht. . . .
Evgl. Kirche (17. Jhdt.) mit doppeltem Turm. Das Türmchen über dem Chor wurde
1764 angebaut während des “Glockenstreits”.
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